Die britische Lebensversicherung
kapital24 | 17.12.2010, 17:12
Die britische oder auch englische Lebensversicherung erfreut sich in Deutschland seit Jahren einer wachsenden Beliebtheit. Grund dafür sind die überdurchschnittlich hohen Renditen, die im Rahmen der britischen Lebensversicherung erzielt werden. So liegen diese im Vergleich zu den deutschen Lebensversicherungen rund fünf Prozent höher.
Daneben geht die britische Lebensversicherung mit wesentlich flexibleren Ein- und Auszahlungsmodalitäten einher. Allerdings weist sie keine Unterschiede zur steuerlichen Behandlung auf. Mit diesen Voraussetzungen stellt sie eine optimale Form der privaten Altersvorsorge dar.
Bei allen britischen Lebensversicherungen, die auf dem deutschen Markt zu finden sind, lassen sich Elemente der klassischen und der fondgebundenen Lebensversicherung erkennen. Somit gelingt ihr der Spagat zwischen zwei eigentlich unterschiedlichen Versicherungsformen. Auf dem deutschen Markt werden grundsätzlich nur Versicherungen angeboten, die von Gesellschaften stammen, die bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht angemeldet sind.
Für die Gesellschaften gilt in Verbindung mit den Kundenbeziehungen in Deutschland immer das Recht der Bundesrepublik. Allerdings werden die Tarifkalkulationen im Heimatland der jeweiligen Gesellschaft durchgeführt. Damit können britische Lebensversicherungen ihren Kunden keinen Rechnungszins garantieren.
Somit haben sie die Möglichkeit, zum Beispiel 100 Prozent der Kapitaleinlagen ausschließlich in Aktienanlagen zu halten. Mit niedrigen Rückkaufwerten können sie zudem auf Kursschwankungen reagieren und diese ausnutzen. Die Gesellschaften, die die britische Lebensversicherung anbieten, haben zudem meist wesentlich geringere Kostenbelastungen, was durch den vergleichsweise schlanken Verwaltungsapparat ermöglicht wird.
Durch diese Grundlagen gelang es den britischen Lebensversicherungen in der Vergangenheit immer wieder deutlich höhere Renditen zu erzielen als die deutschen. Jährlich legen die Gesellschaften zudem einen neuen garantierten Jahreszins fest. Änderungen an dem zugesagten Jahreszins sind nicht mehr möglich. Am Laufzeitende wird durch die Gesellschaften schließlich ein Schlussbonus gewährt. Dessen Höhe entspricht dem tatsächlich erzielten Überschuss.
Mit Blick auf die Steuern haben die britischen Lebensversicherungen einen großen Vorteil. So können als Beiträge, die geleistet werden, durch einen Sonderausgabenabzug bei der Steuer geltend gemacht werden. Dies ist bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung nicht möglich. Heute unterliegt die britische Lebensversicherung sehr strengen Sicherheits- und Aufsichtsfunktionen. Diese wurden bereits als Vorbild für eine europäische Versicherungsaufsicht ins Rennen gebracht. Bis heute handelt es sich bei den britischen Lebensversicherungen um ein sehr junges Versicherungsangebot, das erst seit Mitte der 1990er Jahre auf dem Markt zu finden ist.
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